Gespräche mit dem Kleenen

 

Schwimmstunde

Vier Tage noch. Probestunde Schwimmkurs. Ich redete, bearbeitete den Kleenen, sagte wie wichtig das wäre. Das Überleben in tiefen Gewässern gesichert durch einige wenige Schwimmzüge.

Er sprach dagegen, meinte Schwimmärmel würden es auch tun, überhaupt käme sofort einer angesprungen und würde ihn retten.

Ein maßloses Vertrauen hatte das Kind. Wo er das bloß her nahm? Ich jammerte, klagte, bat ihn die Entscheidung gut abzuwägen, an die Wünsche der Mutter zu denken, und doch bitte schön die folgenden Stunden hinzugehen. Alles zu seinem Wohl, selbstverständlich.

Seine Reaktion schlussfolgerte sich in den Worten, dass die Entscheidung schon längst gefallen wäre und er auf keinen Fall den blöden Kurs machen würde.

Ich wartete ab, schwieg, bohrte, arbeitete mit taktischem Kalkül. Letztendlich zog ich mich vollkommen zurück.

Da wir eine zeitgemäße gesplittete Familie waren, brachte der Vater letztendlich das Kind zum Schwimmkurs. Er redete dem Kleenen gut zu und setzte ihn am Badewannenrand ab. Abends, zur verabredeten Zeit klopfte es lautstark an die Tür. Der Vater erzählte, sprach positiv. Alles hätte gefallen, gut gepasst. Jetzt läge es nur noch an dem Kleenen. Es bräuchte die Zustimmung des Ausführenden, den beurkundeten Willen, des Schwimmers. Nächsten Sonntag wieder und überhaupt, dann kannst du vor den Sommerferien noch schwimmen, formulierte er die Meinung.

Einen großen Gefallen würdest du deinen Eltern tun, rahmte ich das ganze in ein Eltern- Kindgespräch. Ich sagte bewusst nicht Mutter. Der Vater sollte sich keinesfalls ausgeschlossen fühlen und überhaupt war der gemeinsame Wunsch, eine Wand, die für das Kind naturbedingt schwer zu durchbrechen war. Schamlos nutzte ich die Chance.

Ich gehe nicht hin, und das heißt JA, hörte ich auf einmal ein Stimmchen. Nach kurzem Innehalten schrie ich auf, stimmte ein Freudengeheul an, gratulierte zur Entscheidung. Der Vater ebenso, freute sich, sagte das wird schon. Alles wird gut, alles wird besser und dann wenn du erst schwimmen kannst, dann bist du nicht mehr zu halten.

Nach der abendlich Futterei sprang er mir auf den Schoss.

„Schön, dass du das jetzt machst“, bestätigte ich ihn.

„Aber eins werde ich nicht tun. Tauchen, ich werde nie tauchen, egal wie alt ich bin.“

„Das musst du ja auch nicht.“

„Wenn man das Seepferdchenabzeichen haben will, muss man tauchen“, schaute er mich mit großen Augen an.

„Stimmt auch wieder.“

„Ich will das Seepferdabzeichen, aber nicht tauchen!“

„Mach dir nicht so viel Sorgen. Ist doch nur ein Abzeichen. Nichts besonderes. Ich habe nie so was bekommen, keinerlei Plaketten, Metall zum Anstecken. Ich war einfach zu schlecht.“

„Ich will aber!“

„Was du alles willst. Von mir aus nähe ich dir was auf die Badehose oder die Oma stickt dir ein ganz besonderes Seepferdchen.“

„Mit der Aufschrift, ohne Tauchen“, witzelte er.

„Ohne Taucherbrille“, ergänzte ich.

Lustig glitzerten die Augen, die Mundwinkel frohgemut nach oben gestimmt, sponn er sich in eine Wortphantasie nach der anderen. „Seepferdchen für die Badewanne, Badewannenseepferdchen. Oberwasserseepferdchen…“, sprang er mit beiden Füßen auf den Boden.

Liebevoll wuschelte ich ihm das Haar. Wieder mal geschafft, die Aufmunterung vollzogen, könnte ich mir gleich selbst einen Kind-Aufmunterungsorden sticken.

Putinklein

Auch ich mache mir meine Gedanken zu den Krisen in der Welt. Dazu habe ich ein Gedicht geschrieben, welches an ein bekanntes Kinderlied anknüpft. Sicherlich kann es nachgezwitschert werden.

Putinklein ging allein in die weite Welt hinein. Drohgebärde, Kalaschnikow, zeigte er, drohte sonst gibt’s Zoff. Liebe Freunde schaut nur her, abgeschossen Mischka, den russischen Bär, seid ihr bald dran.

Heldentum, Schauspielkunst, die Diktatorentreuen in seiner Gunst, rühmt er sich, macht sich groß, auf los geht’s los. Zögert nicht und dreht den Gashahn zu, denn die Merkel gibt keine Ruh. Woll’n nicht sehen, woll’n nicht hören das russische Reich ist groß.

 

Gespräche mit dem Kleenen

Schauspielkunst

Der Kleene sitzt auf dem Großvaterstuhl, hält den Arm gewinkelt, stützt den Kopf ab. Ein Zeichen für Müdigkeit? Ich stelle ihm die Milch vor die Nase. „Schön, warm“, locke ich ihn.

Er guckt, hebt das Vorderkinn. „Will ich nicht, da ist Haut dran.“

„Ist nicht, hab ich schon durch das Sieb gegossen“, entgegne ich.

„Trotzdem Mama, ich will nicht. Ich will lieber kalte Milch trinken.“

„Die ist aber nicht gut.“

„Ist mir egal.“

Ich hole aus dem oberen Schrank ein Glas. Tonlos greife ich mir den Tetrapack Milch und gieße ein. Kalte Getränke schaden, höre ich die eigene Mutterstimme im Ohr. Gibt es Beweise, Gutachten, wissenschaftliche Forschungen? Mir fällt nichts ein, also verwerfe ich die böse; böse Theorie.

Karla, die allerbeste Improvisationstheaterfrau fällt mir augenblicklich ein. Die hätte bestimmt eine wunderbare Erklärung. Letztens sprach sie mit mir über ihr neues Theaterprojekt mit Kindern. Improvisationstheater mit Kindern. Das wollte sie gern ausprobieren. Natürlich bestärkte ich sie, sagte, dass ich mit dem Kleenen komme.

„Du weißt, du…“, beginne ich die Einleitung in das Thema, die Verklickerung, die Annäherung an etwas Neues.

Keine Reaktion.

„Ich spiele doch Theater und ja, ich denke das wäre auch echt was für dich. Meine Kursleiterin will was für Kinder machen und ja da würde ich dich gern anmelden“, erkläre ich ihm die Idee.

Er steht auf, reißt den Arm nach oben, verneigt sich. „Oh ja, ich bin der beste Schauspieler weit und breit. Hier, guck mal der Ritter.“

„Genau, los zeig mir den Ritter“, sporne ich ihn an, johle, klatsche ich in die Hände.

„Ich bitte um Ruhe Mama“, erhöht er die Tonart. „Meine Dame, seien sie herzlich willkommen. Ich bin Ritter Kunibert. Ich komme von weit her. Ich bin sehr berühmt.“ Dann beißt er sich auf die Lippen, überlegt, dreht die Augen. Leise, als ob ein riesiges Publikum vor ihm sitzt, flüstert er: „Was soll ich noch sagen?“

„Keine Ahnung“, zucke ich mit den Schultern. „Vielleicht wie viel Besitz der Herr Ritter hat, Ländereien, Schweine, Kühe, Sklaven, Raumschiffe.“

„Aber Mama“, wendet er empört ein. „Ein Ritter lebte in früherer Zeit. Da gab es noch keine Raumschiffe. Da haben die Menschen nichts gewusst. Keine Ahnung hatten sie damals.“

„Stimmt. Recht hast du. Das war nur ein doofer Scherz“; lache ich. „Aber hör zu Kommander Cody kannst du auch deine Stimme verstellen? Das brauchst du im Theater.“

Ohne eine einzigen Atemzug, schlägt er die Hacken zusammen, legt die Arme an, öffnet den kleinen Mund zu einem Teufelsbrüllen. „Kommander Knuddel, treu zu Diensten. Was kann ich für sie tun.“

Ich erschrecke, bin überrascht, zucke zusammen. „Danke der Nachfrage Kommander Cody. Heute liegt das Ausräumen der Brotdosen und der Trinkflasche an. Des Weiteren befehle ich die Herausgabe des Hausaufgabenheftes. Sind Unterschriften zu leisten Kommander Cody?“

„Kommander Knuddel, eine Unterschrift im Mathetestheft“, streckt er sich, schreit mit Inbrunst mir die Ohren ab. „Wird sofort erledigt“, hebt er die Füße in Richtung Kinderzimmer.

Ich höre es rascheln, kramen, trampeln. Zurück ist er, reicht mir das winzige Heft. „Schon wieder eine Arbeit. Ihr schreibt ja echt viele, fast jeden Tag oder?“, zücke ich den Stift und signiere ängstlich.

„Nicht jeden Tag Kommander Knuddel und nun gehe ich spielen. Sind sie damit einverstanden?“

„Ja, Kommander Cody, sie können abtreten, ach und übrigens können wir jetzt wieder normal miteinander reden?“

„Wenn du unbedingt willst“, klingen die Stimmbänder genervt.

„Ja, das wäre mir ganz lieb. Strengt doch sehr an. Guck ich bin schon ganz heißer“, krächze ich.

„Ich aber nicht. Ich kann das.“

„Ja, du bist auch ein Kind. Du bist flexibel, du hast deinen Körper im Griff.“

„Und du bist alt und gebrechlich.“

„Danke für das Kompliment. ABTRETEN SOFORT“, brülle ich beleidigt.

Der Kleene nimmts gelassen. „Ist ja schon gut, reg dich nicht gleich so auf. Ich gehe ja schon“, tippeln die kurzen Beine ins Kinderzimmer.

Alk

Eingegossen, der Tropfen, taucht ein, vermischt sich im Glas. Erhitzend, belebend. Frohsinn stiftend, webend, die Ordnung im Geiste.

Ohne Getränk, greift die Teufelshand, zerren die Gefühle, schlecht unausgegoren den armen Kerl hinab ins schlammige Moor.

Der Tor könnte leben, selbst vergiftend in ständiger Annahme, sich Gutes zu tun, nicht ruhn, unablässig nach der Droge, fingernd im Portmonee, das kleinste Geldstück greifend, legt er das Gesammelte auf die Plastikschale.

So viele Male, das erhabene Danke der Kassiererin. Wehklagen, aufatmendes Jammern, die Flasche den Armen, den Gerechten, den Zechern und ihren Hächern.

Köpfen sie den Korken, schenken ein, Rum, Bier, Wein. Legitim, Gewohnheit, Farce, gedreht das Rad, gehoben das Maas.

Politikerleben

Gesetze viele, Entwürfe, Texte, dergleichen mehr. Lesen, Sachverständigkeit, den Faden ziehen,Unterschriften mit zittriger Hand gezwirbelter Verstand. Lobbyisten würgen, rütteln am Stuhl, stürmen ein, platzieren Cash, kratzen den Lack, piguinhaft kalt, vornehm im Frack. Journalisten blonder Professionalität, spitzen die Zähne, drohen mit schlechter PR, Politikerleben, einsam, leer, niemals fair. Stark, kampfbereit, die Krallen ausgefahren, Leben im Dschungel der Paragraphen. Arme Affen, schreien, öffnen das Maul, kratzen die Glatze, stehend am Rednerpult, da hebt sich die Tatze. Mutti beschwichtigt, beruhigt,ruft, lockt mit Versprechungen, das unartige Kind: „Psst, psst unter den Rock, es bläst ein böser Wind.“

 

 

Dialoge mit dem Kleenen

„Zuerst hat Jesus Geburtstag, dann Leoni und dann ich… Stimmt´s Mama?“, fragt mich der Kleine an einem der beschaulichen Sonntagsnachmittage im Dezember.

„Ganz genau. Wenn dieser Langhaarige Alki Wasser zu Wein Hippi…, also Jesus eben  Geburtstag hat, ist Weihnachten, und du bekommst sicherlich ne Wucht an Geschenken.“

„Toll und Jesus…, kriegt der auch was an seinem Geburtstag.“

„Ich glaub eher nicht. Er ist ja schon ne Weile nicht mehr hier, also bei uns, inmitten der Gesellschaft“, gehe ich vorsichtig vor. „Also er ist ja  da oben“, zeige ich mit dem Stinkefinger gen Weltraum.

„Er ist tot“, sagt der Kleine mit einem ausdruckslosen Blick.

„Genau, tot…. völlig richtig“, lache ich in den Adventshimmel hinaus.  „Aber weißt du die Leute denken an ihn und singen Lieder, die sicherlich bis hinauf zu seinem Schlafplatz getragen werden.“

„Hä…., verstehe ich nicht, Schlafplatz und überhaupt wie soll denn das mit den Liedern gehen?“, fragt er verwundert.

„Naja…, Jesus hat da oben ganz bestimmt ein Super Himmelbett. Da wälzt er sich nur so rum vor Weihnachtsfreude. Bestimmt gibt’s ne Kissenschlacht mit den Engeln. Obwohl ich mir die eher lahm vorstelle beim Werfen. Die kommen bestimmt nicht aus dem Knick und Jesus muss rufen…, los, los dein Wille geschehe. Und sicherlich schmeißt er sich schon vorher auf den Boden, schauspielert ein wenig um der Engel Ego zu bestätigen. Eben ein richtig bunter Haufen. Und dann….“ Ich komme ich zu den technischen Details. „Gibt es meines Wissen richtig coole  Übertragungskabel, die die Lieder ab nach oben in die andere Spähre, übertragen.“

„Ja…, habe ich auch schon mal gehört bei Wissen macht Ahhh.“

„Siehst du…, so ist das. Am besten ist du singst ab und zu mal ein richtig cooles Lied, so dass Jesus ein bisschen Abwechslung bekommt. Der kriegt sonst mit den vielen und den selben Weihnachtsliedern irgendwann nen schweren Kopf und das Kabel leidet ebenso.“

„Ja mach ich….Ich hab nen Zwiebel auf dem Kopf….ich bin ein Döner bin schöner…, ich hab ne Muschi auf dem Kopf…“

„Also…“, sage ich empört. Singe ich etwa die ganze Zeit von  deinem Pullermann. Von wem hast du das überhaupt, von deinem Rambo Zambo Freund?“

„Ist ja schon gut…, ich sings nicht mehr…. „Ich hab ne….“

„Na wirst du…. Jesus hört das gar nicht gern.“

„Woher weißt du denn das?“, fragt er verschmitzt.

„Ich bin nun mal nicht auf den Kopf gefallen. Ich kenne seine Einstellung zu Frauen. Also…., der hatte es nie einfach mit Frauen, ist ja schon von einer Jungfrau geboren worden. Oh Gott, was für Identitätskrisen dass nach sich ziehen muss. Wenn man sich das vorstellt, den Josef als Vater und wiederum nicht. Gott der angeblich leibliche Daddy  lässt sich nicht blicken…, naja. Gott sei Dank musst du dir darüber keine Gedanken machen“

„Mama, hast du was gesagt…, ich habe Hunger. Süßigkeitenhunger.“

„Nichts“, antworte ich großzügig. Sogleich mache ich mich auf den Weg und krame die selbstgemachten Plätzchen aus dem Schrank. „Hier“, halte ich ihm die Dose hin. „Greif richtig rein. Nimm dir soviel du willst und am Besten du steckst alle gleichzeitig in den Mund.“

Zielstrebig geht er meiner Aufforderung nach und  schmeißt sich ca. zehn  Plätzchen ein . Ich hoffe, dass damit das Thema gegessen ist.

„Überhaupt Mama“,spricht er mit vollen Mund und einige Kekskrümel verlassen sein Kauwerk in meine Richtung. „Wie ist das eigentlich mit dem Nikolaus und dem Weihnachtsmann. Haben beide einen roten Mantel?“

Ich stehe an der Mauer. Das Weihnachtsfest bringt seine Stolpersteine mit sich. Ich werde grundlegend zum Lügen angehalten. Natürlich darf ich mich nicht verstricken, sonst ist es absolut hin mit der Glaubwürdigkeit, die Integrität untergraben. Ich versuche mein Bestes und setze an zum Vortrag Weihnachtsmäntel versus Nikolausmäntel.

Jugend heute

Die Jugend von heute. Die Alten und die die gerade mal jung waren, ziehen über die pubertierende Jugend her, stellen sie in Frage und kennen nichts als Schimpf und Schande. Ist es wirklich so? Sind die 13 bis 17 jährigen, passiv, destruktiv, ohne Willen zur Kommunikation und Teilnahme an der Gesellschaft. Ein Bestandstest.

Justin hat die erste Seite eines Abenteuerromans aufgeschlagen. Sein Gesicht…, Stirnrunzeln und eine hängenden Unterlippe. Fast sieht es so aus, als ob er zum Lesen der ersten Seite gezwungen wurde. Jedoch empfindet er zunehmend Gefallen an der Geschichte. Er lächelt und begleitet einen Satz, der wahrlich eine Aha Reaktion in ihm auslöst, mit einem Handschlag zentral zur Stirn. Dank dessen, die Runzeln verschwinden. Ja, Justin ist regelrecht begeistert. Die Geschichte, der Aufbau und die Rhytmik machen ihn zu einem Fan „Ich kann schon lesen.“ Lehrer, Autoren, hätten ihre wahre Freude an ihm. Die Emotion und das unabdingbare Festhalten am Wort, machen ihn zum Helden des Tages. Doch nach solch atemberaubender Achterbahnfahrt durch Wort, Gedankenstrich und Punkt, entscheidet Justin sich schweren Herzens eine Limo aus dem Kühlschrank zu holen. Morgen, so beschließt er, wird er sich Seite Zwei zuwenden.

Marie und Körperhygiene.  Von langen, künstlichen Nägeln und Farbe im Gesicht hält Marie nichts. Sie steht voll und ganz auf Natürlichkeit. Das heißt ihr Äußeres ist geprägt von einer naturgegebenen Unauffälligkeit. Allmorgendlich schaut sich im Spiegel an. Kurz, ganz kurz. Dann nimmt sie den blaufarbenen Waschlappen, zwirbelt ihn dreimal im Seifenwasser und geht damit direkt unter ihre Achseln. Dort schrubbt sie von oben nach unten, von rechts nach links, bis die Poren aufgeweicht und geöffnet sind. Ein wohliges Gefühl umgibt sie. Manchmal, ganz heimlich benutzt sie anschließend, nach der Trocknung der Achselgegend, welches sie mit einem schrubberartigen Handtuch ausführt, ein Deodorant. Es gehört ihrer Mutter. Wenn die wüsste.

Thorsten unternimmt einen Spaziergang. Dabei schleudert er die Beine so richtig nach vorn. Ist das ein Vergnügen. Er dreht und wendet er seinen Kopf. Die Schaufenster laden wie der Name sagt, zum Schauen ein. Er guckt was das Zeug hält. Kaufen tut er nichts, nur staunen.   Manchmal entfleuscht ihm ein Ahh und ein Ohh. Ebenso grüßt er entgegenkommende Passanten.    Dann hilft er einer alten Frau über die Straße und lässt freiwillig seine Haartolle vom Wind verstrubbeln.

Lisa bestellt sich in der Disko ein Mineralwasser. Es prickelt leicht und bringt einen richtig auf Touren. Trinkt Lisa Mineralwasser, traut sie sich die Jungs anzuquatschen. Sie lädt sie an die Bar zu einem dopppelten Mineralwasser ein und hat damit gleich ein Gesprächsthema: Mineralwasser.  Die Jungs sind hellauf begeistert, und möchten Lisa näher kennen lernen. Meist verabreden sie sich im Rosengarten. Hat der Wetterbericht Regen angesagt, bleibt als angenehmer Treffpunkt die Bibliothek. Dort ist das Reden nicht sonderlich gern gesehen, umso besser und intensiver kann Lisa mit den  Augen sprechen. Sich anschauen, Augenkontakt haben und die Seele ergründen macht Lisa richtig Spaß.

Leon hat den ganzen Heimweg mit sich selbst geredet. Das ist richtig super. Endlich kann er sich alles mal sagen, alles das was er sich noch nie getraut hat. Wie hübsch er sich findet, was für Muskeln er hat und wie gern er mit dem Kleinen da unten spielt. Während er das sagt hat, wird ihm ganz heiß und kribbelig. Leon hat sich vorgenommen, dass mindestens zweimal in der Woche zu machen!

Jessica spricht ebenso gern mit ihren Eltern. Die drei quatschen, lachen und hauen dabei richtig auf den Tisch. Sie gesteht ihnen, dass sie nichts über Verhütung und Küssen weiß. Die Eltern lachen und sagen, dass alles seine Zeit hat. Jessica stimmt in das Lachen mit ein. Nach dem Gespräch geht Jessica in ihr Zimmer, gießt die Blumen und spricht mit ihnen. Sie schaut, ob das Kräuterbüschel gewachsen ist. Sie hat Pfefferminze und Rosmarin angepflanzt. Ganz vorsichtig streckt sie Daumen und Zeigefinger, schwupps ist eins der Blättchen abgezupft. Sie nimmt es in den Mund, kaut genüsslich und spuckt es wieder aus. Gut für den Kreislauf sagt die Mutti.

Justin, Marie, Lisa, Leon und Jessica sind nicht die Einzigen denen es so geht. Es gibt viele mehr.

Buntheit in den Facetten ihres Seins. Sie sind  Klasse und ja, die Alten Besserwisser, zugehörend meine Wenigkeit, haben sie  furchtbar lieb.

Sondersendung

Tief im Westen, in einem kleinen Aufnahmestudio treffen sich ein Mann und eine Frau zu einem tiefgreifenden Gespräch. Hierbei handelt es sich um die attraktive vollbusige Moderatorin Monique Campleton und Mr. Wichtig, Mr. Baracke ohne Bar. Monique steht vor der Kamera, lächelt und spricht: „Liebe Zuschauer, heute haben wir einen besonderen Gast zu einem ganz besonderen Anlass. Ich darf Sie um Applaus bitten für den Präsidenten der Vereinigten Staaten Mr. Baracke ohne Bar Ma. Herzlich willkommen.“ Mr. Baracke ohne Bar tritt ein. Monique lächelt offensiv und klatscht, während der President sich legär in einem Sessel fallen lässt. Monique hüpft hechelnd hinter her und nimmt ebenfalls Platz. ann schaut sie zu Mr. Baracke ohne Bar und sagt: „Schön dass sie heute hier sind an diesem denkwürdigen Tag.“ Mr. Baracke ohne Bar winkt ab. „Kein Problem, dass tue ich gern, für meine Publizität, das Volk und diesen einzigartigen Sender.  Mäuschen, hast du was zu trinken für mich?“„Aber natürlich“, antwortet Monique und winkt ihren Kamerassistenten heran. „Bring den Ben Laden Coctail?“ , flüstert sie. „Jetzt schon“, fragt der Assistent. „Ja, jetzt, er will was trinken. Er ist durstig. Er ist der durstigste Mann der Welt. Er durstet nach Vergeltung.“ „Wieso, er sollt jetzt nicht mehr durstig sein. Hat doch bekommen was er wollte.“ „Nicht frech werden“, mosert Monique den Assistenten an. „Gib mir den verdammten Drink.“ „Dauert ne Weile, muss erst zubereitet werden.“ „Wo arbeite ich den, im Schweinestall, du verdammter Dilletant. Mach das du…., aber hurtig“ Mr Baracke ohne Bar wird unruhig und wedelt mit den Armen: „Was ist denn?“ „Ganz ruhig, Mr. Baracke ohne Bar“, wendet sich Monique ihm zu. „Wir haben ein kleines Organisationsproblem, doch dass soll sie und die Zuschauer nicht beunruhigen. Nun zu dem eigentlichen…., warum sie und ich heute hier sind. Der Feind.“ Dabei schaut Monique ihn erwartungsvoll und bewundernd an. „Meinen sie etwa den, den Typen, von dem die ganze Welt seit heute morgen spricht, den Typen, diesen miesepetrigen Mistkerl der mich und die ganze beschissene Nation jahrelang in Atem gehalten hat“. Mr. Baracke ohne Bar wird zunehmend aufgeregter. „Ja, ja…., ganz genau“; hängt sie an seinen Lippen. „Sie meinen diesen  Klugscheißer, der mit seinem arabischen Gedümpel unsere Foren zugepflastert hat, und die besten der besten Sicherheitsleute zu Selbstmord verleiten ließ, da sie keine Lust mehr auf die langweiligen und sprachreduzierten Monologe dieses langbärtigen Kameltreibers hatten.“ Mr. Baracke ohne Bar schüttelt den Kopf. „Ja Mr. Baracke ohne Bar…, ja ja. „Meinen sie diesen….“ Baracke Ohne Bar steht auf…. „ ….diesen  Sohn einer arabischen…Hu….“ Er revidiert…, „Sohn einer Oasengärtnerin, die tagtäglich die Mohnblumen hortet, die wir mit schweren Geschütz in der Blüte ihres Sein, hinweg bombadieren. Ja…, ja und ….überhaupt wie kam es dazu?“ , fragt Monique. „Zu was bitte schön?“ Der Assistent bringt den drink. Baracke ohne Bar greift ihn und schluckt das Zeug mit einem Hieb hinunter. „Na zu ….“ Monique macht verschiedene Gesten, die den Tod bzw. das Morden darstellen. „Ach das“, atmet Baracke ohne Bar aus. „Kein leichtes Spiel, doch die Jungs mit ihren Spürnasen haben geschnüffelt und geschnüffelt. Trotz der zweifelhaften Ablenkungsmanöver haben wir ihn aufgespürt. Am liebsten wäre ich reingegangen, hätte ihm paar auf den PoPo geklatscht und dann am nächsten Baum aufgehängt. Wir wollen keine Personifizierung. Hübsche Kampfhubschrauber mit richtigen Gedöns haben die aufschrecken lassen. Wie als komme der Göttervater persönlich. Naja…., es hat geknallt und gebumst. Peng, peng so richtig billig. Unterstes Niveau, draufballern ohne Ende bis die durchlöchert sind dass die Jungs ihre Kollegen auf der anderen Seiten sehen können. Zur Vorsicht auf alle Leichen zehnmal draufgeballert, DNA Test gezogen und dann den Kameltreiber huckepack genommen und schön an die Haifische verfüttert.“ Monique starrt ehrfurchtsvoll zu ihm. „So war es Mr. Baracke Ohne Bar. Ich kann es nicht glauben, was für ein Sieg, die Welt jubelt.“ Plötzlich steht Mr. Baracke Ohne Bar auf und streicht sich sorgenvoll über den Bauch. „Mein Bauch….“, fängt er an zu jammern. „Er tut so weh. Ein Schmerz…., ein allumfassender Schmerz zieht meinen Laib hinauf. Um Himmels Willen. Was geht hier vor. Holt mir den Sicherheitsdienst.“ „Ja, natürlich“, antwortet Monique aufgeregt. Sie ist nervös rennt um her, kniet nieder fleht um Hilfe. „Gebt ihm was zu trinken“, schreit sie. Der Assistent kommt gerannt, „zu Trinken…, hast du zu Trinken gerufen. „Ja, habe ich du Dilettant, der stirbt uns hier vor der Kamera weg“, schreit Monique ihn an. Der Assistent rennt zu dem krümmenden Baracke Ohne Bar und reicht ihm erneut den Ben Laden drink. „Was ist das?“ brüllt ihn Baracke Ohne Bar an. Ben Laden, das ist wohl das coolste Mixgetränk seit dem heutigen Tag, Ein Schuss Mohnpflanzensaft, gepaart mit einem  Extrakt von Kamelmilch und einer kleinen Dosis von Beta Blockern, äußerst unangebracht bei einer normalen Herzfrequenz….., aber wer hat die heute schon.