Saitenechse

Schnell rüber auf  die andere Seite, suche ich das Weite. Da läuft sie, hübsch, aber fieser Blick, ich holpernder Schritt. Die, mit der er so vieles geteilt, die Vorgängerin, die Nummer 1, die Ex. Klar ich geb´s zu, nun habe ich den Sex. Was soll´s, lass mich nicht zerstückeln, darum Kopf geneigt, Hut über die Brauen, so machen’s die Frauen, werden sie gejagt von Ihresgleichen.

Kunstbart an die Oberlippe, und ab durch die Mitte, galant gehuscht, wechsle ich die Bahn, fast werd ich überfahren, von einer billigen japanischen Marke, wo die Bremsen normalerweise versagen, aber heute hält der Wagen. Der Typ lässt die Scheibe langsam runter, schreit raus.

Ich zucke mit den Schultern, der hat mir überhaupt nichts zu sagen. Reiß den Bart von der Lippe. Sage „Bisschen höflicher, wir sind, ja nun mal in Mitte“

Jetzt guckt sie, hat mich entdeckt, was nun, sie ist erweckt. Mobilisiert die Kräfte, Donnergrollen, Hagel, Blitz. Ich grinse scheinbar, ohne Witz. Nicke, forme den Mund zu einem Hallo. Obwohl, ich muss mal schnell aufs Klo. Nehme die Beine in die Hand, verflüchtige mich ins ferne Land, ins Land der Liebe, wo da herrscht die Kraft der Triebe Lust und Leidenschaft. Wo er mir einen Kuss auf die Wange gibt, laut sagt, er ist in mich verliebt.

Sie geht weiter, stumm und starr, wütend, verletzt. Doch was kann ich dafür, dass er sich hat umgesetzt auf nen anderen Bettenrahmen. Sicherlich ganz schnell, hat sie Einen und dazu ne rechthaberische Ex, die sie verflucht, hasst, auf der Straße trifft, mit hartem Blick fixiert, wo sie dann zu einem Sprung ansetzt, auf die andere Seite hetzt. Ganz platt gesagt, sucht sie das Weite, auf der andern Seite.